Gipsputz auf Beton

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Systemgeprüfte Haftbrücken

Bei der Ausführung von Gips-Maschinenputzen auf Beton sorgen Haftvermittler für den sicheren, dauerhaften Verbund von Putz und Untergrund. Gebrauchsfertige organische Haftbrücken sind heute Stand der Technik, ohne dass es für sie jedoch eine Norm oder Gütebeschreibung geben würde, mit der Planer und Anwender die Qualität eines konkreten Produkts beurteilen können.

Um diese Lücke zu schließen, hat die Industriegruppe Baugipse im Bundesverband der Gipsindustrie e.V. (IGB) gemeinsam mit der MPA Braunschweig als unabhängigem Prüfinstitut Verbundsysteme aus Beton sowie herstellerspezifischen Gips-Trockenmörteln und Haftbrücken unter kritischen Bedingungen auf ihre Haftzugfestigkeit getestet. Systemaufbauten, die diesen speziellen Test mit bewusst ungünstig gewählten Randbedingungen bestanden haben, dürfen künftig das IGB-Label für ausgezeichnete Haftbrücke tragen, das Putzfachbetrieben die systemgeprüfte Qualität auf einen Blick signalisiert.

Auf Haftzugfestigkeit geprüften Verbundsysteme

Seit Februar 2015 liegen die Ergebnisse der MPA Braunschweig für die ersten acht auf Haftzugfestigkeit geprüften Verbundsysteme vor. Als Probekörper dienten in den Untersuchungen Betonplatten mit dem vergleichsweise hohen Mindestalkaligehalt von 1,0 % und einer hohen Betonrestfeuchte von rund 3,5 % in Anlehnung an die Prüfnorm für Gips-Trockenmörtel zur Ermittlung der Haftzugfestigkeit (DIN EN 13279-2). Für die Herstellung der Probekörper wurden die Betonplatten allerdings nicht nur auf +5 °C gekühlt, sondern auch während der ersten 3 Tage nach dem Auftrag von Haftvermittler und Gipsputz bei dieser Temperatur gelagert, was die schwierigen Verhältnissen während einer Winterbaustelle realitätsnah simuliert.

Ermittlung der HaftzugfestigkeitAuch unter diesen erschwerten Bedingungen von hoher Alkalität, hoher Restfeuchte im Untergrund sowie niedriger Temperatur müssen Gips-Trockenmörtel bei fachgerechter Ausführung fest haften und damit die technischen Anforderungen der Produktnorm für Gips-Trockenmörtel DIN EN 13279-1 erfüllen. Demnach darf beim Versagen der Haftung ein Bruch im Untergrund oder im Putzfestkörper entstehen (Kohäsionsbruch). Sofern der Bruch in der Zone zwischen Putzfestkörper und Untergrund erfolgt, muss dieser Wert ≥ 0,1 N/mm2 sein (Adhäsionsbruch).

In den Prüfungen der MPA Braunschweig, bei denen die Zugkraft bis zum Versagen des Systems gesteigert wurde, entsprachen alle untersuchten Aufbauten aus Beton, Haftbrücke und Gipsputz diesen Anforderungen. Planer und Putzfachbetriebe haben somit bei der Verwendung von IGB-geprüften Haftbrücken die Gewähr, dass die haftvermittelnde Wirkung auf Betonuntergründen bei fachgerechter Ausführung auch unter ungünstigen Baustellenbedingungen erreicht wird.


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