Schade um unseren Stuck

Sachsen will Abriss alter Gebäude weiter fördern Dresden.
Sachsen will den Abriss von nicht benötigten oder maroden Wohnhäusern von Privatbesitzern künftig weiter fördern. Manchmal könne es sinnvoll sein, sich von einem Gebäude zu trennen, sagte Sachsens Bauminister Albrecht Buttolo (CDU) am Donnerstag. In vielen Kommunen stünden Häuser aus der Gründerzeit leer. Auch nach einer Sanierung, für die den Privateigentümern oft das Geld fehle, würden sich kaum Mieter finden. Das Bundesbauministerium hatte vergangene Woche angekündigt, in Ostdeutschland den Abriss von Bauten, die das Stadtbild prägen, nicht mehr fördern zu wollen. Sachsen sieht da noch Handlungsbedarf.

Mit dem Verband Haus und Grund sei das Ministerium im Gespräch. „Es wurde großes Interesse signalisiert“, sagte Buttolo. Auch in den Kommunen sei er auf offene Ohren gestoßen, da es dann bessere Möglichkeiten für die Stadtentwicklung gebe. Es gehe aber nur um einzelne Objekte, intakte Stadtzentren oder wertvolle geschlossene Ensembles würden nicht in Frage gestellt.

Ich will nicht die Gründerzeitvillen abreißen“, stellte er klar. Bislang wurden im Freistaat im Rahmen des Stadtumbauprogramms 90 Prozent der Mittel für den Abriss und zehn Prozent für die Aufwertung der Quartiere eingesetzt. „Wir wollen das Verhältnis in absehbarer Zeit auf 70 zu 30 verändern“, sagte er.

Bis 2020 wird nach den Angaben in Sachsen mit einem Rückgang der Einwohnerzahlen um mehr als 300 000 gerechnet. 150 000 Wohnungen sind dann nicht mehr gefragt.

dpa

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