Einfärbung von Putz und Stuck zur Restaurierung

Pigmenten

Farben

Einfärbung bei Putz:
Eine Möglichkeit der Farbgebung für Stuck als auch für Putz ist die direkte Einfärbung des Mörtels. Beim Putz hat sich dieses Verfahren zuerst vorwiegend in der Renaissance auf den Rauh- beziehungsweise auf den Nagelbrettputz der Fassaden beschränkt. Die Flächen waren so grob und die Löcher so tief, daß ein Anstrich nicht alle Stellen bedeckt hätte. Lange Zeit hat die Verwitterung diesen dicken Putzen nicht viel anhaben können, inzwischen wirken sich die Säuren aus Luft und Regen auch bei ihnen aus. Zur Zeit ist ein Anstrich mit Mineralfarbe der beste Schutz, in den Vertiefungen kann mit reinem Fixativ (farblos) ohne Auswirkung auf den Farbwert alles gründlich überspritzt werden.

Einfärbung bei Stuck (Venezianerstuck):
Findet sich in Innenräumen eingefärbter Stuck, muß erst das Pigment (Farben aus natürlichen Stoffen) und dann die Pigmentzugabe bestimmt werden. Nur ausgetrocknete Proben lassen sich in ihren Farbwerten vergleichen. Diese Stukkaturen finden sich vor allem in Norditalien, besonders in Venedig (daher Venezianerstuck), nördlich der Alpen kaum. Das Material ist reiner, aber eingefärbter Kalkstuck. Bei der Restaurierung verwendet man die gleiche Stucktechnik, reinen Kalkstuck, der dann mit reiner Kalkfarbe und den dem Original entsprechenden Pigmenten farblich eingestimmt wird. So sind Original und Ergänzung noch zu unterscheiden und damit auch Fehler erkennbar.
Andere eingefärbte Putz- und Stuckarten sind Stuckmarmor, Scagliola und Stuccolustro sowie Sgraffito.

Ocker gefärbter Mauermörtel:
Der gelegentlich auftretende meist ocker eingefärbte Mauermörtel findet sich nur dort, wo an großen Baustellen neben Maurerarbeiten gleichzeitig auch Putzarbeiten ausgeführt wurden. Es handelt sich nur um eine Kennzeichnung der Mörtel, denn der Mauermörtel ist magerer, mit weniger Kalk angemacht als der Putzmörtel.

Rötlicher Putzmörtel:
An Gebäuden des 18.Jahrhunderts, aber auch an denen der Gotik und vom Anfang des 20.Jahrhunderts trifft man, vor allem an der Wetterseite, bei Putzmörtel auf einen rötlichen Ton. Hier wurde dem Kalkmörtel Ziegelmehl beigemischt. Es handelt sich dabei um den schwächsten Hydralzusatz. Damit konnte sowohl die Härte des Mörtels erhöht werden als auch die Wetterfestigkeit, ohne daß Elastizität verlorengeht.

Quelle: Putz und Stuck, 1987


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